Hadern · München

Waldfriedhof München: Grabarten, Gebühren und Geschichte

Stand der Gebühren: Friedhofsgebührensatzung vom 27.05.2024, in Kraft seit 01.07.2024. Zuletzt geprüft am .

Der Waldfriedhof München an der Fürstenrieder Straße 288 im Stadtbezirk Hadern ist der größte Friedhof der Stadt. Laut Stadt umfasst er 161,32 Hektar mit rund 64.500 Grabstätten. Er gilt als erster Waldfriedhof Deutschlands und verbindet Gräber, Wald und Wiesen zu einer ruhigen Anlage, in der auch eine Bestattung unter Bäumen möglich ist.

Der Waldfriedhof im Überblick

Angelegt wurde der Waldfriedhof im Bereich des ehemaligen Fichtenhochwalds von Schloss Fürstenried. Stadtbaurat Hans Grässel entwarf den Alten Teil zwischen 1905 und 1907. Die Stadt nennt dieses Friedhofsmodell in ganz Europa wegweisend.

Der Friedhof besteht aus zwei Teilen. Der Alte Teil mit dem Haupteingang an der Fürstenrieder Straße ist von Wald geprägt. Der Neue Teil, in den 1960er Jahren nach Plänen des Gartenarchitekten Ludwig Römer entstanden, öffnet sich mit Freiflächen, einem Teich und Langgraswiesen. Er ist über den Lorettoplatz erreichbar und gehört zu einem Landschaftsschutzgebiet mit Biotopbereichen.

Lage und Anfahrt

Waldfriedhof, Fürstenrieder Straße 288, 81377 München

Stadtbezirk: Hadern. Typ: städtischer Hauptfriedhof, größter Friedhof Münchens, Fläche 161,32 Hektar laut Stadt, rund 64.500 Grabstätten laut Stadt.

Der Haupteingang liegt an der Fürstenrieder Straße 288. Der Neue Teil hat einen eigenen Zugang am Lorettoplatz 3. Weil das Gelände sehr groß ist, lohnt es sich, vor dem Besuch zu klären, in welchem Teil und in welchem Gräberfeld die Grabstätte liegt, und den passenden Eingang zu wählen.

Laut Stadt gibt es auf dem Waldfriedhof einen Fahrservice für Senioren und Leihrollstühle. Das hilft gerade bei den langen Wegen zwischen den Grabfeldern.

Mit Bus und Bahn

  • Haupteingang Fürstenrieder Straße: Bus Waldfriedhof Haupteingang (51, 151) und Waldfriedhof (51, 54, 151, 160, 167)
  • U-Bahn Holzapfelkreuth (U6)
  • Neuer Teil, Lorettoplatz 3: Bus Lorettoplatz (54)

Aktuelle Verbindungen finden Sie in der MVG Fahrplanauskunft. Adresse in Google Maps öffnen

Mehr zur Bestattung im Stadtteil lesen Sie auf der Seite Bestatter in Hadern.

Öffnungszeiten

Der Waldfriedhof ist wie die meisten städtischen Friedhöfe in München zu folgenden Zeiten geöffnet:

  • November bis Februar: 8 bis 17 Uhr
  • März: 8 bis 18 Uhr
  • April bis August: 8 bis 20 Uhr
  • September und Oktober: 8 bis 19 Uhr

Grabarten auf dem Waldfriedhof

Auf dem Waldfriedhof gibt es neben Erd- und Urnengräbern eigene Waldgräber und Urnen-Waldgräber, die sich in die Waldlandschaft einfügen. Dazu kommen Urnennischen, Grüfte und Mausoleen sowie besondere Grabstätten für Föten und Totgeburten.

  • Erdgrab 1. und 2. Reihe, Heckengrab, Waldgrab
  • Urnenerdgrab 1. und 2. Reihe, Urnen-Heckengrab, Urnen-Waldgrab, Urnengräber mit Rahmenbepflanzung, Urnennischen
  • Grüfte und Mausoleen
  • Bestattung unter Bäumen: verrottbare Urne am Wurzelwerk, in der Regel bis zu acht Urnen pro Baum, mindestens 25 Jahre, Erwerb erst im Sterbefall, auf Wunsch Plakette am Stamm, kein Grabschmuck und keine Kerzen
  • Grabstätten für Föten und Totgeburten, anonyme Urnengrabstätte (anonymes Gräberfeld im Neuen Teil)

Für viele Angehörige ist die Bestattung unter Bäumen interessant. Die Urne aus verrottbarem Material wird am Wurzelwerk eines Baumes beigesetzt, in der Regel teilen sich bis zu acht Urnen einen Baum. Das Nutzungsrecht läuft mindestens 25 Jahre und kann erst im Sterbefall erworben werden. Auf Wunsch erinnert eine Plakette am Stamm an die verstorbene Person. Grabschmuck und Kerzen sind nicht erlaubt, die Natur bleibt so, wie sie ist.

Wer eine Beisetzung ohne Namensnennung wünscht, findet im Neuen Teil ein anonymes Gräberfeld mit einer anonymen Urnengrabstätte.

Ruhezeit

Als Regel legt die Friedhofssatzung eine Ruhezeit von 10 Jahren fest; abweichende Ruhezeiten gelten nur auf den in § 14 Friedhofssatzung genannten Friedhöfen. Bei Kindern bis 2 Jahre sind es 3 Jahre, bei Kindern von 3 bis 11 Jahren 5 Jahre (§ 14 Friedhofssatzung). Eine landesweite Mindestruhezeit gibt es nicht; der Friedhofsträger legt die Ruhezeiten fest (Art. 10 Abs. 1 BestG).

Zum Nutzungsrecht: Familiengrabstätten mindestens 5 und längstens 50 Jahre; Mosaikgärten Westfriedhof, Urnengrabanlage Neuer Südfriedhof und Urnengrabanlage Haidhausen beim Ersterwerb mindestens 15 Jahre (§ 17 Abs. 2 Friedhofssatzung).

Gebühren nach der Satzung

Die Gebühren regelt die Friedhofsgebührensatzung der Landeshauptstadt München vom 27.05.2024, in Kraft seit 01.07.2024. Die Grabnutzungsgebühr wird je Jahr berechnet und für die gesamte Ruhezeit im Voraus erhoben (§ 4 Abs. 4). Die Beträge sind Nettobeträge. Die folgenden Zeilen betreffen die Grabarten, die es auf dem Waldfriedhof gibt.

Grabnutzung je Jahr

  • Erdgrab 1. Reihe: 134 € je Jahr
  • Erdgrab 2. und folgende Reihen: 84 € je Jahr
  • Heckengrab: 140 € je Jahr
  • Waldgrab (einfach): 420 € je Jahr
  • Urnenerdgrab 1. Reihe: 109 € je Jahr
  • Urnenerdgrab 2. und folgende Reihen: 59 € je Jahr
  • Urnen-Heckengrab: 130 € je Jahr
  • Urnen-Waldgrab (einfach): 218 € je Jahr
  • Urne unter Bäumen, Familienbaum: 562 € je Jahr
  • Urne unter Bäumen, Gemeinschaftsbaum: 167 € je Jahr

Bestattungsgebühren

  • Beisetzung eines Sarges: 1.665 €
  • Beisetzung einer Urne: 588 €
  • Aufbahrung: 88 €
  • Benutzung der Trauerhalle: 233 €
  • Trauerfeier vor einer Feuerbestattung: 229 €
  • Urnentrauerfeier: 171 €

An den Hauptwegen und in der Künstlersektion Gräberfeld 41 erhöhen sich die Grabgebühren um 50 Prozent.

Zeitzuschlag: Montag bis Freitag außerhalb der Dienstzeiten plus 25 Prozent, samstags plus 30 Prozent. Ermäßigung: minus 30 Prozent, wenn ein Grab nur mit einer Leiche und/oder nur mit Urnen belegt werden kann; Hälfte, wenn keine Beisetzung mehr möglich ist (§ 4 Abs. 2).

Stand: Friedhofsgebührensatzung vom 27.05.2024, bekannt gemacht am 10.06.2024, in Kraft seit 01.07.2024. Dazu kommen die Leistungen des Bestattungsunternehmens, die nicht in der Satzung stehen. Eine Übersicht mit Rechenbeispielen finden Sie unter Bestattungskosten in München. Diese Angaben sind keine Preiszusage.

Trauerfeier auf dem Waldfriedhof

  • Trauerhalle im Alten Teil und Trauerhalle im Neuen Teil mit Blick auf den See
  • Verabschiedungsraum im Alten Teil für bis zu 30 Personen

Der Waldfriedhof hat zwei Trauerhallen. Die Trauer- und Aussegnungshalle im Alten Teil wurde von Hans Grässel zwischen 1905 und 1907 erbaut und liegt etwa 100 Meter im Wald. Der Raum hat ein Spiegelgewölbe, zwölf hochliegende Fenster und seit 1907 eine Fußbodenheizung unter dem Marmorboden. Die Neue Aussegnungshalle im Neuen Teil bietet einen Blick auf den See.

Für einen kleinen Kreis gibt es im Alten Teil einen Verabschiedungsraum für bis zu 30 Personen. Welche Halle zur gewählten Grabstätte passt, klärt das Bestattungsunternehmen mit der Friedhofsverwaltung.

Geschichte des Waldfriedhofs

Mit der Eröffnung des Waldfriedhofs wurden auf dem Alten Südfriedhof keine neuen Familiengräber mehr vergeben.

  • Gilt als erster Waldfriedhof Deutschlands (muenchen.de, München Tourismus). Die Stadt nennt das Friedhofsmodell von Hans Grässel in ganz Europa wegweisend.
  • Angelegt im Bereich des ehemaligen Fichtenhochwalds von Schloss Fürstenried.
  • Alter Teil 1905 bis 1907 nach Entwurf von Hans Grässel, eröffnet 1907, erweitert zwischen 1910 und 1940.
  • 1932 St.-Anastasia-Kapelle von Hermann Leitenstorfer mit Fresken von Max Lacher; heute finden dort Orgelkonzerte statt.
  • 1955 erstes islamisches Grabfeld Deutschlands.
  • In den 1960er Jahren Neuer Teil mit Freiflächen und Teich nach Plänen des Gartenarchitekten Ludwig Römer, Neue Aussegnungshalle (Erich Wirth und Delisle) und Bronzebrunnen von Hans Wimmer (1966).

Bauten und Anlagen

Der Waldfriedhof ist als Baudenkmal geschützt (Denkmalliste D-1-62-000-1968). Bauten und Kunstwerke verteilen sich über das gesamte Gelände.

  • Trauer- und Aussegnungshalle im Alten Teil (Grässel, 1905 bis 1907), etwa 100 m im Wald, Raum mit Spiegelgewölbe, zwölf hochliegenden Fenstern und Fußbodenheizung unter dem Marmorboden seit 1907
  • Hauptportal mit zwei von Sphingen bekrönten Fußgängerpforten, Figuren von Georg Bauer (1906/07)
  • Kreuzigungsgruppe von Georg Schreyögg (1908)
  • Cimitero Militare Italiano, Militärfriedhof für italienische Opfer beider Weltkriege
  • Neue Aussegnungshalle im Neuen Teil mit Blick auf den See
  • Landschaftsschutzgebiet mit See, Langgraswiesen und Biotopbereichen im Neuen Teil

Denkmalschutz: Baudenkmal D-1-62-000-1968.

Bekannte Gräber auf dem Waldfriedhof

Auf dem Waldfriedhof ruhen viele bekannte Münchnerinnen und Münchner. Zu ihnen gehören:

  • Hans Grässel (1860 bis 1939), Stadtbaurat und Schöpfer des Waldfriedhofs
  • Michael Ende (1929 bis 1995), Schriftsteller
  • Werner Heisenberg (1901 bis 1976), Physiker und Nobelpreisträger
  • Franz von Stuck (1863 bis 1928), Maler und Bildhauer
  • Paul Heyse (1830 bis 1914), Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger
  • Frank Wedekind (1864 bis 1918), Dramatiker
  • Carl von Linde (1842 bis 1934), Ingenieur
  • Alfons Goppel (1905 bis 1991) und Hans Ehard (1887 bis 1980), Bayerische Ministerpräsidenten
  • Max Reger (1873 bis 1916), Komponist
  • Carl Krone, Zirkusdirektor

Alter Teil und Neuer Teil

Wer den Waldfriedhof besucht, erlebt zwei unterschiedliche Landschaften. Der Alte Teil liegt im ehemaligen Fichtenhochwald von Schloss Fürstenried. Im Neuen Teil prägen offene Flächen, der See und Wiesen das Bild. Beide Teile gehören zum selben Friedhof, haben aber eigene Trauerhallen und eigene Zugänge.

Die St.-Anastasia-Kapelle von 1932 ist heute auch ein Ort für Orgelkonzerte. Zum Waldfriedhof gehört außerdem der Cimitero Militare Italiano, ein Militärfriedhof für italienische Opfer beider Weltkriege.

Gut zu wissen

  • Fahrservice für Senioren und Leihrollstühle laut Stadt
  • Hauptwege und Künstlersektion Gräberfeld 41: Gebühren plus 50 Prozent

Ablauf einer Beisetzung auf dem Waldfriedhof

Wir sind ein Vermittlungsdienst und kein Bestattungsunternehmen. Nach Ihrer Anfrage meldet sich ein Bestattungsunternehmen aus München bei Ihnen. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Bestatter in München.

  1. Eine Ärztin oder ein Arzt stellt den Tod fest und stellt die Todesbescheinigung aus.
  2. Das Bestattungsunternehmen berät Sie zu Bestattungsart, Grabart und Trauerfeier und erstellt einen Kostenvoranschlag. Hintergründe zur Baumbestattung in München finden Sie auf der eigenen Seite.
  3. Das Bestattungsunternehmen meldet die Beisetzung bei der Friedhofsverwaltung an und stimmt Grabstätte und Termin ab.
  4. Die Bestattung ist frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes (§ 18 Abs. 1 BestV) möglich. Die verstorbene Person muss spätestens acht Tage nach Feststellung des Todes bestattet oder eingeäschert werden; Samstage, Sonntage und gesetzliche Feiertage zählen nicht mit (§ 19 Abs. 1 BestV).
  5. Beim Standesamt München, Ruppertstraße 11, 80466 München, wird der Sterbefall beurkundet. Eine Sterbeurkunde kostet 12 €. Die Anzeige übernimmt in der Regel das Bestattungsunternehmen. Bearbeitung in der Regel innerhalb von fünf Werktagen. Je eine Urkunde für Krankenkasse und Rente ist gebührenfrei. Sterbeurkunden sind online bestellbar.
  6. Trauerfeier und Beisetzung finden am vereinbarten Termin statt.

Kontakt zur Gräberverwaltung

Für Fragen zu Grabstätten, Nutzungsrechten und Gebühren ist die Städtische Friedhöfe München, Gräberverwaltung zuständig.

  • Adresse: Damenstiftstraße 8, 80331 München
  • Telefon: 089 2319901
  • Sprechzeiten: Montag bis Donnerstag 8 bis 12 und 13 bis 15 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr

Eine Übersicht über die städtischen Friedhöfe finden Sie unter Friedhöfe in München.

Häufige Fragen zum Waldfriedhof

Wie groß ist der Waldfriedhof München?

Laut Stadt umfasst der Waldfriedhof 161,32 Hektar mit rund 64.500 Grabstätten. Er ist damit der größte Friedhof Münchens.

Kann man auf dem Waldfriedhof unter Bäumen bestattet werden?

Ja. Die Urne aus verrottbarem Material wird am Wurzelwerk beigesetzt, in der Regel bis zu acht Urnen pro Baum. Das Nutzungsrecht läuft mindestens 25 Jahre und kann erst im Sterbefall erworben werden. Grabschmuck und Kerzen sind nicht erlaubt.

Wie komme ich zum Waldfriedhof?

Zum Haupteingang an der Fürstenrieder Straße fahren die Buslinien 51 und 151 bis Waldfriedhof Haupteingang sowie 51, 54, 151, 160 und 167 bis Waldfriedhof. Die U6 hält in Holzapfelkreuth. Den Neuen Teil am Lorettoplatz 3 erreichen Sie mit dem Bus 54.

Wer ist auf dem Waldfriedhof begraben?

Unter anderem Hans Grässel, Michael Ende, Werner Heisenberg, Franz von Stuck, Paul Heyse, Frank Wedekind, Carl von Linde, die Ministerpräsidenten Alfons Goppel und Hans Ehard, Max Reger und Carl Krone.

Kostenfreie Vermittlung

Sie möchten eine Beisetzung auf dem Waldfriedhof München planen, zum Beispiel eine Bestattung unter Bäumen? Wir vermitteln Sie kostenfrei und unverbindlich an ein Bestattungsunternehmen in München.

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Hinweis: Bestatter München ist ein Vermittlungsangebot und selbst kein Bestattungsunternehmen. Die Vermittlung ist für Angehörige kostenfrei.

Alle Angaben ohne Gewähr. Bestatter München ist ein Vermittlungsangebot der Premium Lead GmbH und kein Bestattungsunternehmen.

Über diesen Ratgeber

Redaktion: Premium Lead GmbH. Verantwortlich für den Inhalt: Peter Probst (Geschäftsführer).

Quellen: Friedhofssatzung der Landeshauptstadt München vom 02.12.2021, gültig seit 21.12.2021, Friedhofsgebührensatzung der Landeshauptstadt München vom 27.05.2024, in Kraft seit 01.07.2024, Bayerisches Bestattungsgesetz (BestG), Bayerische Bestattungsverordnung (BestV)

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